VAREL„Aufwendige Recherche für die neuen Trachten“ – so berichtete die NWZ am 4. März 2014 über das Projekt der Volkstanzgruppe „Rund ümto“ im Heimatverein Varel. Die Tänzerinnen und Tänzer möchten eine neue Tracht. Jetzt stellten Monika Metz und Kai Hartwig ein erstes Ergebnis der aufwendigen Recherche (und Finanzierung) der neuen Kleidung für die Volkstänzer beim Heimatverein vor.

Elke Eichhorst hatte die Recherche für die Volkstanzgruppe 2012 intensiviert, denn: „Für eine Tracht muss es amtlich sein“, hatte die NWZ  ihren Suchaufruf überschrieben. Eine Tracht kann beim Niedersächsischen Trachtenverband angemeldet werden, aber dazu müssen Nachweise erbracht werden, dass die verwendeten Kleidungsstücke der Tracht auch authentisch sind.

Expertin geworden

Elke Eichhorst berichtete: „Im Moment ist das noch keine Tracht. Was wir haben ist bäuerliche Tanzkleidung, eine Feststagstracht, die wir beim Trachtenverband anmelden wollen.“ Das erste „Outfit“ hat Schneiderin Marga Nößer für die Volkstanzgruppe genäht. Für Monika Metz schneiderte sie einen Rock und eine Jacke, wie sie Frauen im ausgehenden 19. Jahrhundert getragen haben. Darunter trägt sie einen Battistunterrock mit Spitze und einem Tanzseil im Saum, damit der Rock ausladender wirkt.

Kai Hartwig ist ausstaffiert mit Homburger Hut (wird heute noch produziert), weißem Hemd mit Haifischkragen und einem schwarzen Binder, seine Weste wird mit Taschenuhr (an einer Kette) und silbernen Knöpfen geschmückt. Dazu trägt er eine Hose aus Wollstoff, vorne geknöpft (den Reißverschluss gab es noch nicht). Der Aufruf in der Nordwest-Zeitung, Fotos von Varelern aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert zur Verfügung zu stellen, gab übrigens Hinweise auf eine andere Kopfbedeckung für Männer: einen kleinen Zylinder aus Filz. Die Männer der Volkstanzgruppe wollten aber lieber den Hamburger Hut.

Museum hilft

Sehr behilflich sei Schneiderin Marga Nößer gewesen, berichtete Elke Eichhorst, aber auch Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander (Jever). Sie hatte die Vareler Tänzer mit Material versorgt: Modezeitschriften und andere Zeugnisse aus dem 19. Jahrhundert. Elke Eichhorst, die zu einer echten Modeexpertin für Bekleidung des 19. Jahrhunderts geworden ist: „Das hat uns sehr bestärkt, das zu machen.“

In der Mühle fand sich eine Haube, wie Varelerinnen sie im ausgehenden 19. Jahrhundert getragen haben. Nach ihr wurde die Haube mit der Aldenburger Rose gestaltet, die Monika Metz jetzt trägt. Ein Problem ist noch ungelöst: das der Schuhe. Die meisten Leute trugen Schuhe mit Holzsohle und Lederabdeckung. Aber solche Schuhe stellt heute niemand mehr her.

Hinweise zu Hauben und Schuhen nimmt Elke Eichhorst gern entgegen (Tel. 04451/83634).


Quelle: NWZ-online vom 27.03.2015